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Söder und sachlich?

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Zwei Welten prallen aufeinander! Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder will notfalls die Grenzen zu Österreich schließen, wenn Skipisten geöffnet werden. Dafür nennt er „Ischgl“ als Grund, das sich nicht wiederholen dürfte. Gleichzeitig ist er auch der Ansicht, dass halb Europa von Ischgl angesteckt wurde. Anders ausgedrückt: Es passt ihm nicht, dass es Österreich gelingen könnte, durch strenge Sicherheitskonzepte doch noch einen Teil der Wintersaison zu retten.

Was könnten nun die wahren Gründe sein? Nun, auch Bayern hat Skitourismus und genügend Skiorte, die brach liegen, weil es in Deutschland auch das Nächtigungsverbot für Hotspots gibt. Da kann es nicht sein, dass Österreich verdient, während Bayern leer ausgeht. Die Behauptung, dass halb Europa von Ischgl angesteckt wurde, ist purer Populismus. Anders herum wird allerdings ein Schuh daraus: Da Corona nachweislich nicht in Ischgl seinen Ursprung hat, muss das Virus ja nach Ischgl gebracht worden sein. Und jetzt möchte ich einmal raten, von welchen Touristen…

Es bringt aber nicht viel, in der derzeitigen Situation Österreich für deutsche Infektionen die Schuld zuzuweisen. Aber auch den Gastronomen und Hoteliers muss man Vorwürfe machen. Sie hatten genug Zeit, sich auf diese Lage vorzubereiten. Wenn z.B. der Vorarlberger Hotelier Gregor Hoch sagt, dass er mindestens 45 % Auslastung braucht, um wirtschaftlich arbeiten zu können, dann muss man sein Konzept als gescheitert betrachten. Niemand hat permanent eine solche Auslastung zu verzeichnen.

Der Gastro-Sprecher Mario Pulker hat ähnliche konfuse Ideen: Silvester könnte man noch retten. Dafür müssten aber die Reisewarnungen aufgehoben werden. das wird allerdings in keinem Fall passieren, solange die Zahlen es nicht zulassen. Und selbst wenn – wird sich das in diesem Jahr nicht mehr ausgehen.

Dass die Verluste aber nicht SO groß sein können, zeigt schon die Tatsache, dass es bis zu 80 % Verdienstausfall von der Regierung gibt – gemessen am Vergleichszeitraum des Vorjahres. Also 80 % kassieren und dann ohne Restriktionen noch vor Weihnachten aufmachen? Das könnte man als Versuch ansehen, aus der ohnehin schwierigen Situation noch einen satten Gewinn rauszuholen. In einem Leserbrief der „Krone“ findet sich ein Satz, der aus meiner Sicht durchaus zutreffend ist: „Sie sind auf den Geschmack gekommen, Geld zu kassieren, ohne arbeiten zu müssen“ Fixkostenhilfe und Verdienstentschädigung von 80 % machen es möglich.

Eines muss JEDEM Gastronom, jedem HOTELIER klar sein: Die entstandenen Verluste lassen sich nicht wieder einfahren. Der Gast wird nicht plötzlich zwei Schnitzel essen und es werden auch nicht pro Gast zwei Betten belegt werden.

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