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Archiv für den Monat: April 2021

Unzumutbar

Das hätte er sich so gedacht, dass er niemals verurteilt werden kann. So ganz einfach wird es aber nicht gehen, Der Prozess gegen Martin Rutter wurde nur verschoben und er sollte nicht denken, dass er nicht verurteilt werden kann, weil er sich weigert, im Gerichtsgebäude eine zwingend vorgeschriebene FFP2-Maske zu tragen.

Widerstand gegen die Staatsgewalt bei der Großdemo am 31. Jänner in Wien lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Er hat auch Alternativen, wie Mund-Nasen-Schutz und Plexiglas, abgelehnt. Kein Einlass, Prozess vertagt.

Laut einem Attest, das sein Verteidiger, Michael Drexler, gleichzeitig im Saal vorlegte, wäre es dem 37-Jährigen „unzumutbar“, eine Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen. Natürlich aus „gesundheitlichen Gründen. Jetzt gibt es erst einmal ein med. Sachverständigen-Gutachten.

Noch im März hatte Rutter aber keine Probleme, als er in Klagenfurt wegen Verhetzung verurteilt wurde. Da war er noch mit Maske im Gerichtssaal zu sehen. Vielleicht schafft er es einfach nicht mehr, eine Maske aufzusetzen. Es scheint ihn geistig zu überfordern. Ich sehe allerdings Rutter als „unzumutbar“ an.

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Die Fragen des Armin Wolf

Wir wissen ja alle, dass Armin Wolf nicht unbedingt einen Beliebtheitswettbewerb gewinnt. Das dürfte in erster Linie daran liegen, dass sein Benehmen manchmal zu Wünschen übriglässt. Angefangen bei recht gewagten Aussagen – nicht Fragen, wie man vielleicht annehmen sollte – bis hin zu der Tatsache, dass er sich selbst am Liebsten die eigenen Fragen beantwortet und seine Gesprächspartner sowieso nicht ausreden lässt.

Diesmal möchte ich ihm gerne ein paar Fragen beantworten, obwohl er mich nie fragen würde. Offen gesagt: Ich kann es verstehen, denn die Antworten würden ihm sowieso nicht gefallen und zu reden hätte er bei mir gar nichts. Vorgefasste, schriftliche Fragen und nicht die geringste Abweichung – Punkt.

Kann wer erklären, warum getestetes Personal nur einen Mund-Nasen-Schutz braucht, aber Gäste mit Test eine FFP2-Maske? Und warum im Theater kein Schachbrett-Muster? Wenn Gruppen zusammensitzen, werden häufig die Plätze direkt vor u. hinter einem besetzt. Bei Schachbrett nicht.

Zum Einen wird das Personal sowieso regelmäßig getestet und es darf den MNS auch – abgesehen von den Pausen – nicht abnehmen. Und auch, wenn es bei den Gästen Zutrittstests gibt, ist die Infektionsgefahr durch die Gäste deutlich höher, denn sie kommen vielleicht direkt von einer maskenlosen Demo oder einer Corona-Party. Im schlimmsten Fall sind sie direkt von einer Urlaubsreise zurückgekommen, ohne sich in Quarantäne zu begeben. Die „Chancen“ dafür sind recht hoch. Ein Lokalangestellter hingegen muss schon deshalb von Haus aus vorsichtiger sein, weil er u.U. seinen Job riskiert. Darum reicht eine normale MNS-Maske.

Und zur zweiten Frage: Wenn im Theater Gruppen zusammensitzen, sind es in der Regel Personen, die ohnehin zusammengehören und anders als in der Kirche auch getestet oder bereits immun sein müssen. Wenn der liebe Herr Wolf allerdings so klein sein sollte, dass er ohne das „Schachbrettmuster“ im Theater nichts sieht, dann empfehle ich die „Urania-Puppenbühne“ Die Gefahr, dass jemand vor ihm sitzt, der alles überdeckt und die Sicht nimmt, ist eher gering. Im Übrigen mag ich auch kein Schachbrettmuster – Im Urlaub, am Strand – aber das ist eine andere Geschichte.

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Corona-Test und Impfung oder Ramadan

Es scheinen inkompatible Dinge zu sein. Personen islamischen Glaubens haben wegen des Ramadans Bedenken, zum Corona-Test oder zur Impfung zu gehen. Bis zum 12. Mai ist noch Ramadan, der Fastenmonat der Muslime. In dieser Zeit essen und trinken Personen islamischen Glaubens von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts.

In dieser Zeit lehnen Muslime aber auch Corona-Tests und Impfungen ab. Dadurch würden sie das Ramadan-Fasten brechen. Die islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) hat zwar in der Broschüre „Sicher durch den Ramadan“ darauf hingewiesen, dass ein Corona-Test und die Schutzimpfung das Fasten aber nicht brechen.

Persönlichkeiten aus der Glaubensgemeinschaft sehen das allerdings anders und treffen gegenteilige Aussagen. Leider wird diesen mehr Glauben geschenkt wird als den offiziellen Empfehlungen der IGGÖ. So werden diese Gläubigen ganz automatisch zu Gefährdern für die Allgemeinheit, denn auf Zusammenkünfte jedweder Art wollen sie natürlich nicht verzichten. Besonders die jüngere Generation, die eher dem politischen Islam zugeneigt ist, weil er mehr Macht verspricht als Tradition, scheint zu glauben, dass man nur fundamentalistisch genug sein muss, um durch den Glauben vor Corona geschützt zu sein.

Resultat: Ramadan muss sein, Tests und Impfungen können warten. Dabei ist der Zeitfaktor eine wichtige Komponente. Bis 12. Mai ist es noch eine lange Zeit für das Coronavirus, Genug, um die Infektionszahlen wieder steil nach oben steigen zu lassen und die Krankenhäuser an ihre Limits zu bringen. Und es zeigt sich auch ganz klar, dass wenige Möchtegern-Prediger bei Manchen eine größere Bedeutung haben, als die offizielle Richtung des Islam vorgibt.

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Rausgeschmissen wegen Impfung

Ich möchte doch hoffen, dass so etwas ein seltener Einzelfall ist, denn wenn ich mir überlege, dass DAS eine Bildungseinrichtung sein soll, mache ich mir wirklich Gedanken um den Fortbestand der Menschheit.

Die Lehrkräfte und Mitarbeiter der „Center Academy“ sollen in einem „vertraulichen Formular“ angeben, ob sie geimpft sind, seit wann und womit. So weit, so gut. ABER: Lehrkräfte, die bereits geimpft sind, müssten sich juristisch bindend einverstanden erklären, sich „körperlich von den Schülern fernzuhalten“ Und weiter: „Sollten sie vorhaben, sich vor Ende des Schuljahres impfen zu lassen, ist das zu melden, da wir es nicht zulassen können, dass erst kürzlich geimpfte Personen in der Nähe unserer Studenten sind, bis mehr Informationen zur Verfügung stehen. Auf eine Covid-Impfung sei bis Ende des Jahres abzusehen. Wer sich über den Sommer impfen lassen wird, dem wird eine Rückkehr an die Schule verwehrt – solange, bis klinische Tests des jeweiligen Impfstoffs abgeschlossen sind, falls die Stelle dann noch verfügbar ist.“

Der echte Hammer findet sich aber in der Begründung: „Zehntausende Frauen weltweit haben Fruchtbarkeitsprobleme, weil sie sich in der Nähe von Personen aufhielten, die eine dieser Covid-19-Spritzen erhalten hatten. Niemand weiß, wieso es dazu kommt, aber es scheint, dass diejenigen, die Injektionen erhalten, etwas aus ihren Körpern auf andere übertragen, mit denen sie Kontakt haben“

Dass die Schule bzw. Kindergarten 30.000 Dollar im Jahr kostet, sei nur am Rande erwähnt. Ich würde allerdings eher 30.000 Dollar dafür kassieren, wenn ich ein Kind dorthin schicke – schon als „vorbeugendes Schmerzensgeld“.

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Abenteuerlich

Manchmal finde ich Kommentare aussagekräftiger, als einen ursprünglichen Beitrag. Zum Beispiel der Plan, ein medizinisches Forschungszentrum in Österreich zu bauen. Das dient nicht nur der Versorgung der Bevölkerung und der damit verbundenen teilweisen Unabhängigkeit Österreichs, sondern auch der wichtigen Standortsicherung und viele neue Arbeitsplätze.

Abenteuerlich finde ich allerdings einige Kommentare, die nicht nur von absoluter Unkenntnis zeugen, sondern vom stupiden „Ich will nicht Schema“. So lese ich, dass man besser in Pflegepersonal bzw. Intensivpflege investieren sollte, diesen Beschäftigten mehr Geld in die Hand geben muss, damit sich mehr Menschen für diesen Job entscheiden. Auch sollte diese Gruppe von Angestellten durch mehr Personal entlastet werden. Dann hätten wir keinerlei Engpässe.

Dazu sollte man allerdings auch einmal das Hirn einschalten und zur Kenntnis nehmen, dass entsprechendes Personal sich nicht von Bäumen schütteln lässt. Vielleicht ändert das Ausbildungsprogramm ein wenig die Illusionen der großmäuligen Schreier:

Universitätslehrgang Sonderausbildung in der Intensivpflege

Ausbildungsart: Universitätslehrgang
Dauer: 2 Semester
Form: Vollzeit
Voraussetzungen:

Voraussetzung ist der Nachweis der Berufsberechtigung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege oder eine gleichwertige, anerkannte (internationale) Berechtigung im Sinne des GuKG i.d.g.F. Facheinschlägige Berufserfahrung im Spezialbereich Intensiv und/oder Anästhesie ist empfehlenswert.

Zielgruppe

Für Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, die im Spezialbereich Intensiv und/oder Anästhesie tätig sind oder sein werden.

Die Ausbildung berechtigt zur Ausübung der Spezialaufgabe in der Intensivpflege. Ach ja, so ganz nebenbei muss man aber bereits die Ausbildung zur Krankenpflege positiv abgeschlossen und entsprechende Praxis haben

Keine Regierung der Welt könnte in diesem Rekordzeitraum Intensivpflege vom Baum schütteln und dann kommt noch eine Kleinigkeit dazu: Die meisten Österreicher würden diesen Job gar nicht machen wollen – egal, wie viel man ihnen bezahlt. Das ist kein Beruf, das ist eine Berufung! Zugegeben, Leute wie Liselotte Plauensteiner oder Waltraud Wagner (Wir erinnern uns?) würden sich sicher schnell finden. Aber wir wollen doch, dass Intensivpatienten überleben, oder?

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Kein Zugang für Nicht-Geimpfte?

Während die EU jetzt gerichtlich gegen den Hersteller AstraZeneca wegen Nicht-Lieferungen vorgeht, stellt sich für Viele die Frage, mit welchen Nachteilen Nicht-Geimpfte zu rechnen haben. Auch, wenn es keine staatliche Impfpflicht gibt, muss doch damit gerechnet werden, dass Nicht-Geimpfte empfindliche Nachteile hinnehmen müssen. Dazu braucht es auch keine neuen Gesetze. Im Gegenteil – würde da der Staat eingreifen, wäre es ein empfindlicher Einschnitt in das uns bekannte Rechtssystem.

Klar ist: Staatsbetriebe wie die ÖBB, Post, Energieversorger, Nahversorger, oder die Wr. Verkehrsbetriebe dürfen Dienstleistungen an Ungeimpften nicht verweigern. Es ist auch nicht zu erwarten, dass es dazu kommen könnte. Das Tragen einer FFP2-Maske für den Zutritt könnte allerdings als eine erforderliche Bedingung vorgeschrieben werden. Ganz anders sieht es aber bei privaten Betrieben aus. Sie können (nach wie vor) ihre eigenen Regeln vorgeben. Private Busunternehmen, Konzertveranstalter, Fitnessbetriebe oder auch die Gastronomie und Hotellerie können und werden vermutlich auch mittelfristig Ungeimpften den Zugang verweigern. Nicht aus Gründen der Willkür, sondern, weil inzwischen klar ist, dass mit einer Impfung auch die Weitergabe der Infektion zu über 90 % unterbunden wird.

Carlos A. Guzmán, Leiter der Abteilung Vakzinologie und Angewandte Mikrobiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung: „Es gibt derzeit ermutigende Zahlen aus Studien. In Studien aus Israel etwa konnte nach vorläufigen Daten mit dem Biontech-Impfstoff nachgewiesen werden, dass rund 90 Prozent der Geimpften das Virus nicht mehr weitergeben. Sie waren demnach kaum mehr ansteckend.“

Auch Fluglinien können eine Impfung voraussetzen. Und wie sieht es bei Firmen aus, deren Mitarbeiter Kundenkontakt haben? Mitarbeiter in Berufen mit einem gewissen Körperkontakt, wie Kellner, Friseure, Busfahrer etc. könnten durchaus zur Impfung verpflichtet werden. Den Arbeitgeber trifft eine Schutzpflicht für seine Mitarbeiter. Wenn Mitarbeiter eine Impfung ablehnen bzw. sich weigern deren Impfstatus preiszugeben und der Arbeitgeber dadurch seine Schutzpflicht nicht erfüllen kann, muss eine weniger gefährdende Tätigkeit gefunden werden. Ist das nicht möglich, kann diesen Mitarbeitern lt. D.A.S auch eine Änderungskündigung ausgesprochen werden. Sie ist dann anzuwenden, wenn sich der Arbeitnehmer nicht mit der Veränderung des Arbeitsvertrags z.B. hinsichtlich des Aufgabenbereichs bzw. des Entgelts einverstanden erklärt. Es wäre eine Kündigung wegen Vertrauensunwürdigkeit oder Dienstunfähigkeit und damit sofort wirksam.

Der grüne Pass kommt auf jeden Fall. Die Frage ist nur, wann genau. Fakt ist auch, dass es erst dann zu Nachteilen für Ungeimpfte kommen kann, wenn Jeder auch die Möglichkeit zu einer Impfung hatte. Und was passiert mit den Leuten, die nicht geimpft werden können? Sie werden wohl zunächst mit den bereits bekannten Schutzmaßnahmen, wie Masken und Abständen konfrontiert sein und für alles Tests vorlegen müssen. Im beruflichen Umfeld könnte es schwierig sein, diese Mitarbeiter – wenn sie Kundenkontakt haben und anderwärtig nicht eingesetzt werden können – langfristig zu halten.

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Corona-Partys

Ausgerechnet wieder in Tirol erhebt sich die Dummheit über jede Art von menschlichem Verstand. Während der Rest der Nation auf die Öffnungsschritte wartet, glaubten einige Tiroler hinter der Innsbrucker Hauptuniversität eine Mega-Party veranstalten zu müssen. Abstände, Masken Fehlanzeige. Corona scheint für solche Leute nicht existent zu sein.

Östlich von Innsbruck, in Ampass hatten hatten 10 Polizeistreifen zu tun, um die „Party-pur“ aufzulösen. Eine Bassbox, ein Mischpult, ein benzinbetriebenes Stromaggregat und eine aus Holz errichtete Bar wurden sichergestellt. ÖVP-Vizebürgermeister Johannes Anzengruber: „Solche unvorsichtigen Aktionen gefährden die geplanten Öffnungsschritte auf lokaler Ebene erheblich“

Wie man solche Leute zur Vernunft bekehrt, wüsste ich schon. Dafür reichen aber die rechtlichen Mittel nicht aus. In den Staaten schickt man solche Querulanten in ein Bootcamp, um ihnen Rücksicht und Respekt vor dem Gesetz beizubringen. Arbeitslager nach russischem Vorbild halte ich für etwas übertrieben, auch wenn solche Figuren vermutlich bisher noch nie etwas Sinnvolles in ihrem Leben gemacht haben.

In den nächsten Wochen wird die Exekutive einen Schwerpunkt zur Verhinderung von illegalen Partys setzen, meint unser Karl Nehammer. Eine Möglichkeit wäre vielleicht noch von jedem „Partygänger“ im Netz ein Bild zu veröffentlichen mit dem Hinweis, dass es sich um einen Allgemeingefährder handelt. Diese Bilder dürften erst nach einer Woche gemeinnütziger Arbeit (z.B. Reinigungsdienste auf Intensivstationen) gelöscht werden.

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Die Wunder der FPÖ

Seit heute ist Dominik Nepp auch offiziell Wiener FPÖ-Chef. Vor seiner Rede musste Hofer noch ein paar prophetische Sätze loswerden: „Ich kann euch versprechen, dass sich die Dinge in den nächsten Monaten sehr verändern werden. Im Mai dürfte es zu neuen Enthüllungen kommen, die die Regierungspolitik und insbesondere die ÖVP sehr erschüttern wird.“ Dazu rechnet er damit, dass nach diesen ominösen Enthüllungen SPÖ, ÖVP und FPÖ wieder gleich viele Stimmen haben werden.

Kickl spricht von einem „Schulterschluss“ der verschiedenen FPÖ-Flügel und das ist die eigentliche Sensation: Er ist MIT MASKE erschienen. Die 400 maskierten Delegierten saßen in der Messe mit Abstand an Einzeltischen. Buffet gab es nicht

Nepp spricht von einer „großen Wählerrückholaktion“ und hetzt gegen das „Maskendiktat“ und die „Wahnsinnigkeiten“ der Regierung. So ganz nebenbei denke ich, dass die FPÖ in ihrer neu entdeckten Geschlossenheit sehr katholisch sein muss. Das muss sie wohl sein, wenn sie an solche Wunder glaubt.

Die „Wähler-Rückholaktion“ wäre schon das erste Wunder. Die „Enthüllungen“ der FPÖ dürften genau das sein, was sie immer sind: Konstruierte „alternative Fakten“, die mir sowieso völlig egal wären, wenn nicht Sebastian in Ibiza die Getränke serviert hat. Und das halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Das größte Wunder dürfte allerdings die Maske von Herbert Kickl sein. Vielleicht war Hofer noch schnell in der Kirche Kampf-beten und über Kickls Kopf ist eine Maske vom Himmel geschwebt. Ich war das übrigens nicht – falls das jemand glauben sollte, denn ich war mit anderen Wundern beschäftigt. Immerhin hatte ich bei meiner Frau einmal das letzte Wort!

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Mit Nichts zufrieden

So kennt man sie, die Wirte. Öffnen wollen sie alles, aber Regeln einhalten natürlich nicht. Die Regel ist bekannt: Indoor gelten Personenlimits und die bekannten Abstandsregeln. Maximal vier Personen und Kinder aus zwei Haushalten dürfen an einem Tisch sitzen – Outdoor sind maximal 10 Personen erlaubt. Erwin Scheiflinger vom „Bastei Beisl“ formuliert es so:

„Drinnen sehe ich’s ja ein, draußen weniger. Was ist denn, wenn jemand bei meinem Lokal vorbeigeht, einen Freund bei mir im Schanigarten sitzen sieht, mit dem er kurz sprechen möchte, weil sie sich schon lange nicht mehr gesehen haben. Mein Kellner ist in dem Moment gerade im Innenbereich, sieht den Gast nicht reinkommen, was mach ich denn dann? Er war in meinem Schanigarten und ich hab trotzdem kein Testergebnis von ihm. Kompliziert wird es auch bei plötzlichem Schlechtwetter: „Wenn ich zehn Personen draußen sitzen hab und es beginnt zu regnen – was mach ich dann? Darf ich sie reinsetzen und auf drei Tische aufteilen? Was aber, wenn der Innenraum bereits überfüllt ist?“

Ich würde sagen „Pech gehabt“ Dann muss man eben die Gäste, die keinen Platz mehr finden, nach Hause schicken.

Auch die 2-Meter regel passt dem Gastronomen gar nicht: Ab Mai müssen zwischen nicht zusammengehörigen Tischen ein Sicherheitsabstand von zwei Metern (gemessen von der Körpermitte) gewährleistet sein.: „Das ist natürlich eine Katastrophe, immerhin sind wir Geschäftsleute und müssen Geld für unsere Mitarbeiter und Familien verdienen. Mein Schanigarten ist für 40 Personen gedacht, jetzt sollen nur noch 15 darin Platz nehmen dürfen. Das tut weh!“

Das ist genau der Grund, warum sich auch bisher kaum jemand an die Abstandsregeln gehalten hat, 30 cm waren Standard zwischen den Gästen – maximal.

Und auch mit den Eintrittstests sind wohl die Wirte nicht einverstanden: „Wir haben sechs Mitarbeiter, entweder ich oder einer meiner Mitarbeiter werden das kontrollieren, aber was macht ein kleines Kaffeehaus mit einer Serviererin, die fünf Gäste hat und drei warten beim Eingang. Für kleine Betriebe wird das eine Katastrophe“ Dann muss man eben jemand dafür abstellen, die Gäste zu kontrollieren – oder das Lokal geschlossen lassen.

Dass die Gastronomie überhaupt öffnen darf, reicht den Wirten nicht. Maximaler Gewinn bei wenig Aufwand ist die Devise. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei und wer glaubt, dass es ganz ohne Regeln geht, sollte besser umschulen. Doch für niemanden wird das Leben regel frei sein.

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Verkehrte Welt

Auch in Deutschland plant die Regierung Erleichterungen für Geimpfte. Das nimmt das Robert Koch Institut zum Anlass, an die Älteren zu appellieren, dass die Älteren doch Rücksicht auf die Jüngeren nehmen sollen und zu Hause bleiben, bis die Jüngeren geimpft sind und ihre „Freiheiten“ genießen können.

„Viele jüngere Menschen haben sich in der Pandemie stark eingeschränkt und so gefährdete Ältere und Risikopatienten geschützt. Wir müssen uns bitte noch weiter einschränken, damit auch diese Personen eine Chance haben, sich impfen zu lassen, bevor das Virus sie erwischt“, meint Lars Schaade.

Ich muss wohl die Hälfte der Pandemie verschlafen haben, denn ich erinnere mich hauptsächlich an Corona-Partys, an Urlaubsreisen mit Reimport von Neuinfektionen, an Coronabrecher, die mit dem Wissen, infiziert zu sein, „ihre Alten“ in den Heimen besucht haben (aus welchen Gründen auch immer), an das Ignorieren von Ausgangssperren und Maskenpflicht etc. Und vor allem erinnere ich mich an die wiederholte Aussage: „Ich sehe nicht ein, dass ich mich einschränken soll, weil mir sowieso nichts passiert“.

Jetzt von „den Alten“ Solidarität einzufordern, ist schon recht dreist und es liegt auch am Staat dafür zu sorgen, dass auch die Jüngeren rasch geimpft werden. Dass die ältere Generation jetzt noch weiter zu Hause bleiben soll, bis die Jungen  ihr vermeintliches Leben, das sowieso nie wieder so sein wird wie vorher, zurück haben, könnte mich an Comedy erinnern, wenn es nicht so traurig wäre.

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Aufgeben kann man einen Brief, aber niemals sich selbst. Das ist keine Option.