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Impfplan ohne Plan
Der vorbereitete Impfplan wurde so oft modifiziert, dass man von einem Plan des Gesundheitsministeriums nicht mehr sprechen kann. Jetzt sollte zumindest theoretisch ab Montag die Exekutive dran sein. Daraus wird aber erst einmal nichts. Der für die Polizei reservierte Impfstoff wird nach einem Erlass von Rudolf Anschober an ältere Menschen abgegeben.
Die 35.000 Beamten müssen trotz des erhöhten Risikos bis Ende April auf den Impfbeginn warten. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Reinhard Zimmermann kommentiert das so: „Als Dank für den Einsatz der Polizei, werden die geplanten Impfungen nach hinten verschoben“. So dürfen sich Polizisten weiterhin bei Demonstrationen ungeschützt anspucken hätten lassen.
Oberösterreich verschiebt auch die Impfung von Feuerwehrleuten und Reha-Personal: „Durch den Erlass des Gesundheitsministeriums sind die Freiwilligen Feuerwehren in Phase 3 und daher weit in das zweite Quartal gerückt worden“.
Und die Steiermark liegt derzeit auf dem letzten Platz der verabreichten Impfungen. Von Risikogruppen scheint überhaupt keine Rede mehr zu sein – es sei denn, sie befinden sich in Heimen. Anschober hat den Landeshauptleuten einen Erlass präsentiert, wonach beim Impfen künftig keine weiteren Berufsgruppen, sondern nach Alter zu priorisieren ist.
Jetzt gibt es wohl nur noch die Möglichkeit, schneller zu altern. Vielleicht hilft es ja, Botox & Co aus dem Verkehr zu ziehen, damit man wenigstens älter aussieht. Aber bei meinem natürlich jungen Aussehen habe ich da wohl ganz schlechte Karten. Ich halte mir also vorsichtshalber einen Impftermin für Ende 2022 frei.
Bis hierhin und nicht weiter
Der neueste Streich von Anschober war noch nicht einmal in allen Medien veröffentlicht, aber es gibt schon heftige Widerstände. Gemeint ist die FFP2-Maskenpflicht im Freien. Ich kann voraussagen, dass DAS nicht funktionieren wird. Im Übrigen auch meinerseits nicht. Es soll eine Verordnung werden, der zur Abwechslung einmal auch ich klar widerspreche.
Während das Tragen einer FFP2-Maske in einer endlosen Warteschlange, in der sich unverständlicherweise die Menschen in 30 cm Abständen drängen, schon im eigenen Interesse liegt, sollen z.B. Innenstädte generell von maskenfreien Personen „befreit“ werden. Genau das kann nicht funktionieren. Es gibt Menschen, die sich den ganzen Tag in diesen Bereichen aufhalten müssen und da möchte ich sehen, wer von denen permanent eine FFP2-Maske trägt.
Man dürfte auch weder etwas trinken, noch etwas essen. Nun gibt es aber Menschen, die gelegentlich etwas essen MÜSSEN – unabhängig von Ort und Zeit. Ich denke da z.B. an Diabetiker, die mit einer Hypoglykämie kurz vor dem Kollaps stehen und – so wie ich – bei diesen Gelegenheiten schon 2x klinisch tot waren. Natürlich müssten die betreffenden Personen auch permanent Maske tragen und da ist essen bekanntlich etwas schwierig. Wenn solche Menschen also keine Geldstrafe riskieren wollen, müssten sie alternativ dazu verrecken.
Außerdem würde eine FFP2-Maske in der Öffentlichkeit auch ein absolutes Rauchverbot bedeuten. ganz ehrlich? Ich möchte nicht in der Haut von Jemandem stecken, der versucht, mir das Rauchen unter freiem Himmel zu verbieten.
Ich habe bisher jede Maßnahme – auch wenn sie Manchen absurd erscheinen mag, durchaus mitgetragen. Aber mein Verständnis dafür endet hier – zumal ich sehe, dass öffentliche Verkehrsmittel ebenso überladen sind, wie Skipisten oder Eishallen, wo kaum jemand eine Maske trägt. Bei den rund 1900 Neuinfektionen heute muss man schon einmal gedanklich die zu erwartenden Demo-Teilnehmern am Wochenende dazurechnen. Und schon sind wir bei der Magischen Zahl für den nächsten Lockdown.
So heißt es: „Die Bundesländer sollen aufgefordert werden, eine FFP2-Maskenpflicht im Freien zu verordnen“. Konkret würden sie „erneut ersucht, umgehend Regelungen auf Landes- oder Bezirksebene zu schaffen, wonach beim Betreten stark frequentierter öffentlicher Orte im Freien eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine zumindest gleichwertige bzw. einem höheren Standard entsprechende Maske zu tragen ist, sohin eine Tragepflicht von FFP2-Masken im Freien besteht“
So hat sich Rudi Anschober das gedacht: Eine vage Verordnung in den Raum werfen und gleichzeitig die Verantwortung dafür auf die Länder verteilen. SO nicht, lieber Gesundheitsminister.
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