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Russopa

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Um zu verstehen, welche Ziele Wladimir Putin verfolgt, muss man sich seinen Werdegang einmal genauer betrachten. Da stellt sich schnell die Frage, ob man ihn nicht rechtzeitig hätte stoppen können. Klar ist, dass die Ukraine keineswegs das „Endziel“ ist – auch, wenn es so aussieht, dass nach der Ukraine die russische Armee so sehr geschwächt sein wird, dass nicht mehr viel bleibt, das Putin noch erreichen könnte.

Doch aufgeben würde der Kriegstreiber nicht, denn auch er unterliegt dem Phänomen der persönlichen Heldenverehrung. Das betrifft auch sein Umfeld, das Putin fest im Griff hat. So findet sich auf dem Telegram-Kanal „Govorit Topaz“ am 20. April ein Eintrag, der zu denken geben sollte: Ein Foto von zwei Soldaten, die vor einem Lastwagen mit dem inzwischen  bekannten „Z“ und auch mit der Aufschrift „88“ posieren.

Das Datum ist natürlich kein Zufall. Der 20. April, der Geburtstag von Adolf Hitler, hat für alle rechtsextreme Gruppierungen eine besondere Bedeutung. man muss also nicht lange überlegen, WEM die Wünsche in diesem Kanal gegolten haben: „Geburtstagsgrüße von russischen Soldaten an einen „Gefährten und Freund“. Heute ist der Geburtstag unseres Gefährten und Freundes, der für viele von uns ein Vorbild wurde“ In Bezug auf die Ukraine war dort auch vom „ukro-bolschewistischem Abschaum“ die Rede. Wer also glaubt, dass die russische Armee nur aus lupenreinen Antifaschisten besteht, sollte sich in der Medienlandschaft nach „anderen Quellen“ umsehen.

Für Putin ist die Ukraine ein unerwartet schmerzvoller Spielplatz, um die Kampfkraft zu testen und das hat er sich wohl deutlich einfacher vorgestellt. Sein Plan, Europa Stück für Stück in eine Art „Russopa“ zu verwandeln und seinen Einfluss bis zum Atlantik auszudehnen, scheint vorläufig auf Eis gelegt zu sein.

Wie weit Putins Russland mit dem Rechtsextremismus und dem „Führerwahn“ verbunden ist, sieht man an Boris Wjatscheslawowitsch Gryslow, dem ehemaligen Vorsitzenden des russischen Parlaments und enger Vertrauter Putins. Er hat erst kürzlich vorgeschlagen, Stalins Geburtstag, unter Anerkennung der positiven historischen Rolle des Sowjetführers, „richtig“ zu feiern. Am 25. Juli 2014 wurde er im Zusammenhang mit der russischen Politik in der Ukrainekrise auf die Sanktionsliste der EU gesetzt. Letztendlich geht es aber um die Rechtfertigung der Methoden von Putin selbst. Die russische Bevölkerung soll auf einen alten Führertypus in neuem Gewand vorbereitet werden.

Auch in Tschetschenien war ein „Sieg“ von Putin absolut notwendig und die Welt hat zugesehen, weil die Rechtfertigung für jeden einzusehen war. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Dass Putin selbst schon damals der größte Terrorist war, wurde von der Welt ausgeblendet.

Unter Putins Vorgänger Boris Jelzin war Russland auf halbem Wege zu einer Demokratie, heute ist die russische Staatsordnung durch und durch autoritär-oligarchisch. Jelzins Wirtschaftsfreunde durch eigene ersetzt und seinen Helfern aus KGB-Zeiten wurde zu höchsten Staatsämtern verholfen. Die Grenze zwischen Großunternehmertum und staatlichem Wirtschaftssystem sind immer mehr verschwommen und ein korruptes System, das alle Verwaltungsinstanzen, sämtliche Strukturen zum Schutz der Rechtsordnung und das gesamte Justizsystem – inklusive die Generalstaatsanwaltschaft, sind nun fest in Putins Hand.

Der Tschetschenien-Konflikt war nichts anderes, als ein Instrument zur Militarisierung des Landes – und der Westen konnte nur zusehen. Die Parallelen sind erstaunlich. So war damals der Leitspruch: „Antiterror-Operation“. Heute nennt Putin es „Spezialoperation“. Für Putin waren er und Tschetschenien sind untrennbar miteinander verbunden. klingt bekannt? Ist es auch. Dasselbe Argument macht er für die Ukraine geltend.

Die Tatsache, dass im September 1999, weniger als ein halbes Jahr vor seiner Wahl, im Nordkaukasus – Tschetschenien, Dagestan und Inguschetien – ein Krieg entfacht wurde, ist die Basis für Putins Präsidentenamt. Nur mit einem Krieg konnte aus dem vollkommen unbekannten KGB-Funktionär Wladimir Putin, der kein Programm und keine Vision hatte, ein Präsidentschaftskandidat werden und noch heute ist Krieg für Putin das Mittel der Wahl zum Machterhalt. Damals worden auf Anordnung von Wladimir Putin wurden sämtliche Teilnehmer der „Anti-Terror-Operation“ mit staatlichen Auszeichnungen bedacht. Kommt bekannt vor? Ist es auch. Auch im Fall der Ukraine gab es Auszeichnungen, die die Russische Armee.

Innerhalb Russlands würden an der Spitze der Opposition, die gegen das Putin-Regime standen, dann, keine Demokraten, sondern ultrarechte russische Nationalisten stehen. Gruppierungen, die jetzt auch angeblich in der Ukraine Putins Vorstellungen von Demokratie entgegenstehen würden. Gestärkt durch die Aussage vom deutschen Ex-Kanzler, Gerhard Schröder, „Putin ist ein lupenreiner Demokrat„, fühlte sich Putin in seinen Ansichten bestätigt und auch das ist ein weiteres Steinchen im „Russopa-Puzzle“ des Kriegsverbrechers.

Auf YouTube kursiert ein Video, das deutlich zeigt, wie Putin sich mit der rechten Hand versucht, sich am Tisch festzuhalten. Nicht, weil er vielleicht jeden Moment vom Stuhl fallen könnte, sondern vermutlich um ein Zittern zu verbergen, denn Ansätze dafür sind zu sehen. Ein Grund mehr, um bald zu handeln, bevor seine „Ziele“ schon aus gesundheitlichen Gründen in unerreichbare Ferne rücken.

Die Republik Moldau dürfte das nächste Angriffsziel vom Kriegstreiber Putin sein. Leicht und relativ gefahrlos einzunehmen und ein nicht unbedeutender Schritt in Richtung Europa. Wenn er nicht in seinem Umfeld gestoppt wird, oder sein Gesundheitszustand ihm einen Streich spielt, ist der machtgeile Kriegsverbrecher kaum aufzuhalten und sein Traum von „Russopa“ könnte schneller Wirklichkeit werden, als man sich das bisher vorstellen konnte.

Die Frage, die alle bewegt: Würde Putin Atomwaffen einsetzen? Aus meiner Sicht JA – und zwar dann, wenn er erkennen muss, dass der Krieg nicht nur politisch, sondern auch militärisch als verloren anzusehen ist. Lange sollte man jedenfalls nicht mehr zusehen.

 

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